Bewerbungsgespräch working mum: Muss ich mich rechtfertigen?

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Photo by Ralph Orlowski/Getty Images on www.picapp.com

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Bei fast jedem Bewerbungsgespräch muss ich Rede und Antwort stehen, wie ich denn meine Kinder versorge und alles organisiert ist, falls sie denn krank sind oder ein Notfall eintritt. Meiner männlichen Kollegenschaft mit kleinen Kindern wird solch eine Frage niemals gestellt. Ich folge dann ganz brav und gesittet und erkläre langmächtig unser gesamtes Betreuungsnetzwerk, um dann als Feedback ziemlich freche Antworten wie z. B. „Sie müssen wissen, ob Sie das alles unter einen Hut bringen“ zu bekommen.

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Ich bin jedes Mal ziemlich zornig, weil ich der Meinung bin, dass ich zu diesem Thema nicht Rede und Antwort stehen muss. Schließlich gibt es für Notsituationen gesetzliche Rahmenbedingungen wie beispielsweise Pflegeurlaub. Den könnte ein Mann genauso in Anspruch nehmen. Also ist das Ganze meine Privatsache.

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Gestern las ich im Spiegel vom 2. November einen Artikel über Deutschlands Familienministerin Von der Leyen. Die Dame polarisiert sehr stark, der ganze Artikel ist ziemlich unsympathisch geschrieben. Trotzdem finde ich im letzten Absatz ein Zitat Von der Leyens sehr erfrischend. Sie meinte, früher immer schön brav darauf geantwortet zu haben, wenn sie gefragt wurde, wie sich ihr Job mit ihren Kindern denn vereinbaren ließe. Heute macht sie das nicht mehr, schließlich sei ihre Familie ihre Privatsache. Gefällt mir, schön mutig, geht aber auch nur mit ihrer Seniorität.

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Was meinst Du, brav erzählen oder als Privatsache deklarieren?

3 Antworten zu “Bewerbungsgespräch working mum: Muss ich mich rechtfertigen?

  1. Kommt drauf an. Wenn sich die Eltern die schwierigen Situationen teilen, dann würde ich das als private Angelgenheit verhandeln. Nur: Die Realität, die ich erlebt habe, war faktisch die, dass es letztlich immer die Mütter waren, die in die Lücken gegangen sind und den Ehemännern den Rücken frei gehalten haben. Ich finde als Arbeitgeber / Kollegin hat man dann schon ein Recht darauf zu wissen, auf was man sich einstellen muss. Früher ging es mir auch so, dass ich diese Frage als ungerecht empfand. Wenn man dann aber die Einstellung einer Kollegin mit zwei Kindern befürwortet hat, die dann keine zwei Wochen am Stück den zeitlichen Erfordernissen der Halbtagsstelle nachkommen konnte – und das über mehr als 1 1/2 Jahre, dann sieht man das anders.

  2. Übrigens finde ich, daß es dabei nicht um „rechtfertigen“ geht, sondern das Grundanliegen Transparenz ist. Und da ist es dann relativ egal, ob jemand besondere Bedürfnisse aufgrund der Kinderphase hat oder weil Angehörige pflegebedürftig sind oder weil man Leistungssportler ist und bestimmte Trainingszeiten oder Wettkampfvorbereitungszeiten hat.

  3. Pingback: Der rosa Elefant beim Interview: Jede Mutter ist ein Individuum « Frauenzeit

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